Welche Rolle spielt der Nachwuchs?

Streitigkeiten oder fehlende Ambitionen machen es Inhabern schwer, die ohnehin komplexe Übergabe innerhalb der Familie umzusetzen. Drei Experten äußern sich zu Alternativen für die klassische Nachfolge.

Wenn wegen eines Streits verkauft wird – wo ist das Unternehmen dann bei einem neuen Eigentümer am besten aufgehoben?

Dr. Willy von Becker

Eine funktionierende familieninterne Unternehmensnachfolge ist trotz aller Herausforderungen einem Unternehmensverkauf immer noch vorzuziehen. Sind die Meinungsverschiedenheiten allerdings zu groß, ist der Unternehmensverkauf ein probates Mittel. Allerdings ist es sehr schwierig, einen Algorithmus für die Typisierung eines idealen Eigentümers zu finden. Hier empfehle ich dringend, fallspezifisch externen Rat mit entsprechender Expertise einzuholen.


“Wegen eines Streits zu verkaufen ist sicher nachteilig.”

Dr. Lutz Becker


Dr. Lutz Becker

Wegen eines Streits zu verkaufen ist sicher nachteilig für den Verkaufsprozess. Besser sollte – wenn möglich – der Streit zunächst beigelegt und potenziellen neuen Eigentümern nicht kommuniziert werden. Das belastet sonst das mögliche Verkaufsergebnis. Sollte der Streit einen irreparablen Schaden in der Geschäftsleitung eines Unternehmens hinterlassen, kommen insbesondere neue Eigentümer infrage, die ein solches Leitungsdefizit schnell beseitigen können.

Dr. Klaus Weigel

Das kann man nicht so einfach beantworten. Das kommt sehr auf die jeweiligen Begleitumstände an. Wenn ein größtmöglicher Verkaufserlös erzielt werden soll, ist in der Regel der Verkauf an einen strategischen Erwerber am wahrscheinlichsten. Dies hat allerdings zur Folge, dass die Identität als Familienunternehmen sehr rasch verloren geht, bis hin zur Änderung der Firma und unter Umständen auch einem Abbau und / oder Verlagerung von Arbeitsplätzen. Dagegen bietet der Verkauf an ein übernahmewilliges und -fähiges Managementteam, gegebenenfalls zusammen mit einem Finanzinvestor, die Chance, dass die Identität der Firma noch länger erhalten bleibt.

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