Neustart für Traditionsmarke BBS

Dr. Dirk Pehl, Partner der Kanzlei Schultze & Braun
Dr. Dirk Pehl, Partner der Kanzlei Schultze & Braun

Die Traditionsmarke BBS kehrt in die Produktion zurück. Der Unternehmer Klaus Wohlfarth hat über eine neu gegründete Gesellschaft wesentliche Vermögenswerte der insolventen BBS Autotechnik GmbH übernommen und in Herbolzheim den Neustart der Felgenproduktion eingeläutet. Möglich wurde die Transaktion durch eine Einigung mit Dr. Dirk Pehl, dem Insolvenzverwalter der BBS Autotechnik GmbH. Zum übertragenen Vermögen zählen laut Mitteilung unter anderem Werkzeuge, Produktionsanlagen, Gebrauchsmuster sowie Warenbestände. Die Markenrechte an BBS lagen bereits zuvor bei Klaus Wohlfarth. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Geschäftsbetrieb der BBS Autotechnik GmbH war im Oktober 2024 nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens vollständig eingestellt worden. Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl, Partner der Kanzlei Schultze & Braun, musste den meisten der rund 240 Beschäftigten an den Standorten Schiltach und Herbolzheim kündigen. Unterstützt von einem Kernteam aus 17 Beschäftigten wurde der Geschäftsbetrieb in den folgenden Monaten abgewickelt. „Nachdem es aufgrund der Situation bei der BBS Autotechnik GmbH leider nicht möglich war, den Geschäftsbetrieb fortzuführen und ich gezwungen war, den Mitarbeitenden die Kündigung auszusprechen, ist der Verkauf der Vermögenswerte sowie die Anstellung ehemaliger BBS-Beschäftigter ein Lichtblick“, so Dr. Dirk Pehl. Besonders bemerkenswert sei die Wiederaufnahme der Produktion angesichts der Tatsache, dass es sich um das mittlerweile fünfte Insolvenzverfahren eines BBS-Herstellers handele.

Lage bei BBS war desolat

Laut Pehl war die Lage zum Zeitpunkt des Insolvenzantrags desolat: „Wir hatten weder Aufträge vorliegen, noch Geld auf dem Konto. Die Geschäftsführung hat sich weggeduckt. Umso schöner ist es nun, dass wieder eine Produktion der Felgen stattfinden wird.“ Für Klaus Wohlfarth ist der Wiedereinstieg auch eine persönliche Entscheidung. „BBS ist mir ein Herzensanliegen. Nachdem die geplante Übertragung der Markenrechte auf die damaligen Eigentümer der BBS Autotechnik nicht umgesetzt werden konnte und ich erfahren habe, wie schlecht es um den Geschäftsbetrieb stand, habe ich mich entschieden, noch einmal in die Produktion einzusteigen. BBS hat mich nie losgelassen. Ich glaube fest an das Potenzial der Marke. Das hat mich bewogen, das Gespräch mit Herrn Dr. Pehl zu suchen und mit ihm gemeinsam eine gute Lösung zu finden.“ Mit der Neuaufnahme der Produktion will Wohlfarth einen klaren Schnitt zum gescheiterten Vorgängerbetrieb ziehen:  „Mit dem Neustart der Produktion von BBS-Felgen schließen wir mit dem jüngsten Kapitel in der Geschichte von BBS ab und starten eine neue Reise, auf die ich mich sehr freue.“

 

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Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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