Größere Transaktionsvolumina und steigende Dynamik

Syntra Corporate Finance erwartet Erholung im deutschen M&A-Markt

Foto: © Adobestock_ Pixel Matrix

 Mit knapp 40 erfolgreich begleiteten Transaktionen im zurückliegenden Jahr schließt Syntra Corporate Finance (vormals sonntag corporate finance) ein erneutes Rekordjahr ab – trotz angespannten Marktumfelds. Laut den Experten soll sich dieses im bereits angelaufenen Jahr deutlich entspannen und so für mehr Transaktionen und eine spürbare Zunahme in Sachen Volumina sorgen. 

Zukunftsbranchen profitieren von Stabilisierung

Den Experten von Syntra Corporate Finance zufolge dürften demnach vor allem wichtige Zukunftsbranchen von der erwarteten Stabilisierung profitieren. Dazu zählen vor allem die Bereiche IT & Software, der Gesundheitssektor sowie Erneuerbare Energien. Bereits im Vorjahr verzeichneten diese Sektoren eine Vielzahl spannender Transaktionen, mit zunehmender internationaler Beteiligung. Denn die Kaufinteressenten stammen laut Syntra immer häufiger auch aus dem Ausland. So begleitete das Team rund um die beiden Geschäftsführer Patrick Seip und Julian Will im vergangenen Jahr unter anderem die Verkäufe des Medizintechnik-Spezialisten meetB an die internationale Asker Healthcare Group und des Aggregat-Herstellers ATEMAG an die schwedische Röko AB. Laut den M&A-Experten wird die Anzahl an solchen Cross-Border-Transaktionen im Small- und Mid-Cap-Market in den kommenden Monaten weiter anziehen: „Viele deutsche Mittelstandsunternehmen sind trotz der durchwachsenen Wirtschaftslage hervorragend aufgestellt. Das erkennen auch immer mehr ausländische Unternehmen, die mit einem Zukauf Lücken in ihren Portfolios schließen oder Zugang zum großen deutschen Markt gewinnen wollen“, erklärt Patrick Seip. Zudem treibe die Transformation der Wirtschaft und insbesondere die Energiewende die Deal-Aktivität zusätzlich voran: „Der Umbau der Wirtschaft erfordert an vielen Stellen enorme Investitionen. Für viele Unternehmen ist es sinnvoll, diese im Verbund mit einer größeren Gruppe oder mit Hilfe eines kapitalstarken Investors zu tätigen. Die Transformation bleibt also ein zentraler Treiber“, so Seip weiter.

Steigende Volumina erwartet – trotz eines vorerst anhaltenden unsicheren Umfelds

Obwohl das (geo-)politische Umfeld zu Beginn des Jahres vorerst noch für Unsicherheit sorgt, gehen die Experten im Jahresverlauf von einer Stabilisierung und einem damit einhergehenden Anstieg der M&A-Aktivitäten aus. „Der Unterschied zum vergangenen Jahr ist, dass die wichtigsten Großbaustellen mittlerweile allen Akteuren bekannt sein sollten“, kommentiert Patrick Seip das politische Umfeld. „Wir erwarten deshalb, dass die von der Politik getroffenen Maßnahmen generell positive Auswirkungen auf die Gesamtsituation haben werden.“ Neben der langersehnten politischen Klarheit könnten sich zudem sinkende Inflationsraten und ein stabileres Zinsumfeld ebenfalls positiv auf die M&A-Aktivität auswirken. Und auch die Transaktionsvolumina, vor allem im schwächelnden Mid-Market-Bereich, dürften davon profitieren, auch wenn laut dem Experten die großen Deals bislang noch auf sich warten lassen.

Anhaltend hohe Investitionen in Zukunftsbranchen, Regulierung und Energiepreise belasten

Patrick Seip (li.) und Julian Will (re.), Geschäftsführer und Partner von Syntra Corporate Finance,
Foto: © Syntra Corporate Finance

Doch auch das dürfte sich Seip nach bald ändern, zumindest in einigen Branchen. Denn die anhaltend hohen Investitionen in KI und Digitalisierung sowie in den Ausbau von Wasserstofftechnik und grüne Infrastruktur lassen im Bereich Technologie und Erneuerbare Energien auf viel Dynamik hoffen. Aber auch Anbieter von B2B-Dienstleistungen und Unternehmen mit besonders innovativen Geschäftsmodellen erzielen hohe Bewertungen und rücken laut Seip ganz nach oben auf der Transaktionsagenda. Doch es gibt auch Verlierer: „Vor allem Branchen, die infolge zunehmender Konkurrenz durch digitale Geschäftsmodelle unter Margendruck geraten, müssen sich auf eine rückläufige Dynamik in den kommenden Monaten einstellen“, erklärt Seip. Dazu zählen der traditionelle Einzelhandel, Druckereien, Printmedien sowie Finanzdienstleister ohne Digitalgeschäft. Aber auch energieintensive Industrien wie Chemie, Stahl und Zement sowie Automobilzulieferer und die Bau- und Immobilienbranche müssen aufgrund hoher Energiekosten, sinkender Nachfrage und dem steigenden regulatorischen Druck mit Einbußen rechnen.

Planbarkeit und ESG-Performance als wichtige Erfolgsfaktoren

Dennoch bleiben laut Seip aber auch die klassischen Mittelstandsunternehmen attraktive Übernahmeziele, vor allem für ausländische Investoren. Wichtig sei dabei jedoch vor allem eine gute Planbarkeit – gerade vor dem Hintergrund zunehmend langer M&A-Prozesse. Zudem nimmt die Prüfung von ESG-Kriterien immer mehr Raum in Due-Diligence-Prozessen ein: „Auch hier ist eine gute und vorausschauende Vorbereitung wichtig. Unternehmer sollten das Thema M&A deshalb frühzeitig und strategisch angehen.“

Weiterer Ausbau der Marktpräsenz

Die angekündigte Erholung, vor allem im Mid-Market, will Seip auch für die eigene Entwicklung nutzen und die bisherige Präsenz von Syntra weiter ausbauen: „2024 markiert für Syntra das stärkste Geschäftsjahr seit unserer Gründung. Mit der Umfirmierung und der damit einhergehenden noch stärkeren Ausrichtung auf den Mid-Cap-Bereich haben wir wichtige Weichen gelegt, um uns noch stärker am Markt zu positionieren“. Mit insgesamt 39 erfolgreich realisierten Deals setzte sich Syntra zudem auch in den Mergermarket League Tables erstmals auf den ersten Platz.

Autorenprofil
Vorheriger ArtikelVom Stahlkasten zum Smart Safe
Nächster ArtikelGlobal Venture Capital 2024: Erste Zeichen der Erholung