Falkensteg erweitert Führungsteam

Martin Kahl, Foto: Falkensteg
Martin Kahl, Foto: Falkensteg

Die Unternehmensberatung Falkensteg erweitert ihre Führungsebene und baut ihr Branchenangebot weiter aus. Ab April 2025 verstärkt Martin Kahl als Partner das Team und übernimmt den Aufbau des neuen Kompetenzzentrums Automotive Geschäftsmodelle (KAG). Die Einheit soll sich zukünftig auf die Transformation von Unternehmen in der Automobilbranche fokussieren. Ziel ist es, produzierenden Automotive-Zulieferern maßgeschneiderte Unterstützung in wirtschaftlich schwierigen Phasen zu bieten. Das neue Kompetenzzentrum soll als operatives Bindeglied zwischen den Bereichen Restrukturierung, Operations und Corporate Finance agieren. Der Fokus liegt auf strategischer Neuausrichtung, Umsetzung leistungswirtschaftlicher Maßnahmen sowie operativer Sanierungsberatung. Mit dem KAG will Falkensteg gezielt auf die strukturellen Veränderungen in der Automobilindustrie reagieren.

Kahl bringt Transformationserfahrung mit

Martin Kahl gilt als erfahrener Branchenkenner mit einem breiten Netzwerk innerhalb der süddeutschen Automobilindustrie. Seine Expertise umfasst Interim Management, strategische Beratung und Restrukturierung. Vor seinem Wechsel war Kahl in verschiedenen Leitungsfunktionen tätig, unter anderem in Transformations- und Effizienzsteigerungsprojekten bei mittelständischen Automobilzulieferern. „Martin Kahl bringt umfangreiche Erfahrung in mehreren Schlüsselbereichen mit. Seine Kernkompetenzen liegen im Interim Management, der Umsetzung von leistungswirtschaftlichen Maßnahmen sowie in der strategischen Beratung“, erklärt Sebastian Wilde, Partner bei Falkensteg. Kahl selbst sieht in der neuen Aufgabe einen entscheidenden Beitrag zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit in einer Branche im Umbruch: „Der Automobilsektor befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Mit dem Kompetenzzentrum Automotive Geschäftsmodelle bei Falkensteg möchte ich Unternehmen dabei unterstützen, ihre Geschäftsmodelle zukunftssicher zu gestalten und sie erfolgreich durch Transformationsphasen zu begleiten.“

Operative Unterstützung für Unternehmen

Das neue Kompetenzzentrum soll gezielt auf Herausforderungen in der Wertschöpfungskette eingehen, unter anderem durch die Erstellunjg von Sanierungsgutachten nach IDW-S6, die Durchführung von Independent Business Reviews (IBR) sowie die operative Begleitung von Carve-Out-Projekten. Letztere gewinnen insbesondere in Konzernstrukturen zunehmend an Bedeutung. „In Carve-Out-Projekten zeigt sich immer wieder: Unterstützung und Vernetzung in komplexen Transformationsprozessen sowie ein tiefgehendes Verständnis von Geschäftsmodellen sind entscheidende Erfolgsfaktoren“, betont Falkensteg-Partner Jochen Wierz. „Mit Martin Kahl gewinnen wir einen ausgewiesenen Experten, der genau diese Kompetenzen mitbringt und unsere Beratungsleistung im Automobilsektor signifikant stärken wird.“

Herausfordernde Lage in der Automobilindustrie

Mit der Berufung Kahls reagiert Falkensteg auf die zunehmend angespannte Situation in der deutschen Automobilbranche. Der Strukturwandel hin zu Elektromobilität, Digitalisierung und nachhaltiger Produktion stellt viele Zulieferer vor massive wirtschaftliche Probleme. Gleichzeitig sinken die Produktionszahlen, Margen stehen unter Druck, und Investitionen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Zahlreiche prominente Fälle unterstreichen die Brisanz der aktuellen Entwicklung. Der traditionsreiche Zulieferer Röchling Automotive befindet sich in einem umfassenden Sanierungsprozess. Der Technologiekonzern ZF Friedrichshafen kündigte jüngst einen weiteren Stellenabbau in deutschen Werken an. Auch die Neue Halberg Guss, ein sächsischer Hersteller von Motorblöcken und Fahrwerkskomponenten, musste Insolvenz anmelden.

Neben mittelständischen Betrieben geraten zunehmend auch Großunternehmen in Bedrängnis. So kündigte Volkswagen deutliche Kürzungen bei Investitionen in konventionelle Antriebsbereiche an, verbunden mit internen Sparprogrammen. Der Autozulieferer Webasto, spezialisiert auf Dach- und Heizsysteme, steht unter massivem Anpassungsdruck und plant laut Medienberichten den Abbau mehrerer hundert Stellen in Deutschland. Auch die anhaltend schwache Nachfrage auf dem chinesischen Markt belastet die Bilanzen vieler Unternehmen. Die angespannte Situation droht sich weiter zu verschärfen. Die Ankündigung der US-Regierung, neue Zölle auf den Import von Fahrzeugen und Fahrzeugteilen aus Europa zu erheben, sorgt in der Branche für große Unsicherheit. Die deutschen Hersteller, die stark vom Export in die Vereinigten Staaten abhängig sind, rechnen mit zusätzlichen Belastungen. Die bereits fragile Lage vieler Unternehmen könnte sich dadurch weiter verschlechtern.

 

Autorenprofil

Als Redakteur der Unternehmeredition berichtet Alexander Görbing regelmäßig über Unternehmen und das Wirtschaftsgeschehen. Zu seinen Schwerpunkten gehören dabei Restrukturierungen, M&A-Prozesse, Finanzierungen sowie Tech-Startups.

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