Der Markt für Fabrikautomation zeigte sich im Jahr 2024 widerstandsfähig gegenüber wirtschaftlichen Unsicherheiten und geopolitischen Herausforderungen. Während Europa mit hohen Zinsen kämpfte, erholte sich Nordamerika schneller, und die Region Asien-Pazifik wurde zum Wachstumsmotor der Branche. Dies geht aus dem neuen Sektorreport zur Fabrikautomation von MP Corporate Finance hervor. Neue Technologien wie KI-gesteuerte Automatisierung und kollaborative Robotik prägen die Zukunft des Sektors. Ein Blick auf die wichtigsten Entwicklungen, Kennzahlen und Perspektiven.
Die globale Transaktionsaktivität im Bereich der Fabrikautomation blieb stabil: Mit insgesamt 332 M&A-Deals auf Basis der letzten zwölf Monate verzeichnete der Sektor ein leichtes Wachstum von 0,3% im Vergleich zum Vorjahr. Trotz makroökonomischer Unsicherheiten blieben die Bewertungen auf hohem Niveau. Das Median-EBITDA-Multiple der Branche betrug 16,3x und lag damit über dem Vorjahreswert von 14,4x.

Europa hatte mit anhaltend hohen Zinsen zu kämpfen, was zu einer leichten Reduktion der Transaktionen führte. Dennoch konnten Unternehmen durch operative Optimierungen stabile Margen und moderate Umsatzsteigerungen erzielen. Nordamerika zeigte sich robuster und erholte sich schneller von den wirtschaftlichen Schwankungen. Der klare Gewinner war die Region Asien-Pazifik, wo steigende M&A-Aktivität und Umsatzwachstum die zunehmende Bedeutung der Region unterstrichen.
Zentrale Trends und Entwicklungen
Innovationen treiben den Sektor an. Die zunehmende Nutzung von KI-gestützter Automatisierung verbessert Prozesseffizienz und senkt Kosten. Auch kollaborative Robotik gewinnt an Bedeutung, da Unternehmen verstärkt in flexible Automatisierungslösungen investieren. Nachhaltige Produktionsmethoden rücken ebenfalls in den Fokus, insbesondere in Europa, wo regulatorische Anforderungen und steigende Energiekosten Unternehmen zu effizienteren Lösungen drängen.
Im M&A-Bereich wurden einige bedeutende Transaktionen verzeichnet, darunter der Erwerb von Stemmer Imaging durch MiddleGround Management LP im Bereich der maschinellen Bildverarbeitung sowie die Übernahme von Innomotics durch KPS Capital Partners, einem führenden Anbieter von Elektromotoren und Antriebssystemen. Diese Deals unterstreichen den Trend zur strategischen Konsolidierung und zur Stärkung von Technologieportfolios. “Aktuelle Gespräche mit Unternehmern und PE-Fonds zeigen eine sehr positive Sicht auf unsere Deal-Pipeline 2025”, sagt Roman Göd, Gründungs- und Managing Partner von MP Corporate Finance.
Ausblick 2025: Konsolidierung und neue Wachstumsfelder
Für 2025 erwarten Experten eine anhaltende Konsolidierung im Markt. Globale Handelsrestriktionen könnten zu vermehrten grenzüberschreitenden Investitionen führen, während sich Unternehmen zunehmend auf strategische Partnerschaften konzentrieren, um sich in Schlüsselmärkten besser zu positionieren. “Als solche Schlüsselmärkte sehen wir vermehrt die USA, da deutsche und europäische Unternehmen mit lokalen Zukäufen die aufkommenden Zollbarrieren umgehen wollen”, so die Einschätzung von Göd. Zudem wird der verstärkte Einsatz von KI und Automatisierung die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen weiter steigern. Investitionen in nachhaltige Produktionsprozesse und energieeffiziente Lösungen dürften insbesondere in Europa eine zentrale Rolle spielen.
Fazit
Der Markt für Fabrikautomation bleibt trotz makroökonomischer Unsicherheiten robust. Während Europa sich weiter an ein herausforderndes Finanzumfeld anpasst, setzt Asien-Pazifik seine dynamische Expansion fort. “Investoren und Unternehmen, die auf technologische Innovationen und nachhaltige Prozesse setzen, dürften 2025 besonders profitieren und sich auch auf steigende Bewertungen freuen”, resümiert Göd.